Gespräch2019-01-10T16:30:19+00:00

Gespräch

Freitag, 3. Mai 2019

11:15 Uhr | Kurhaus

Lotte Thaler im Gespräch mit dem Komponisten Robert HP Platz

Robert HP Platz stammt aus Baden-Baden, schaute schon immer über den Rhein, studierte und lebte lange in Köln, wo er das Ensemble Köln gründete und hat heute eine Professur für Komposition und Ensembleleitung Neue Musik an der Musikhochschule in Würzburg. Sein mittlerweile umfangreiches Oeuvre umfasst Bühnen- und  Orchesterwerke, Vokal-, Klavier- und Kammermusik, oft in Verbindung mit Zuspielungen oder Live-Elektronik. Auch seine 2017 in Bonn uraufgeführten „strings“ für Singstimme und Streichquartett auf Texte von Alban Nikolai Herbst verwenden Elektronik, aber, wie es im Programmheft der Uraufführung heißt: die Elektronik “scheut alle Lautstärke und will – dank unscheinbarer Transducer, die das Corpus der Streichinstrumente in Lautsprechermembranen transformieren – nur den Eigenklang der Instrumente intensivieren, und dies mit aller Diskretion.“ Das Verblüffende an diesen Transducern, sogenannten Umwandlern, ist vor allem optischer Natur: man hört zwar elektronische Klangveränderungen, aber man sieht keinen Lautsprecher. Der Unterschied zwischen der Verwendung von Lautsprechern und den Transducern ist die Aufhebung der Distanz zwischen Instrument und Tonort einerseits und Klang und Spieler andererseits.

Dazu kommt bei diesem Werk die unkonventionelle Aufstellung des Quartetts: die Musiker verlassen ihren festen Verbund und agieren im Raum verteilt mit größtem Abstand zueinander. Welche Ästhetik hinter dieser Kompositionsweise steckt, wie sich die Elektronik in den letzten Jahren weiter entwickelt hat und wie das Komponieren unter Einziehung neuester Technik generell die Wahrnehmung verändert, sind wichtige Fragen an den Komponisten Robert HP Platz im Künstlergespräch.

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